Krankengeld

Krankengeld ist eine Lohnersatzleistung. Es wird gezahlt bei Arbeitsunfähigkeit, bei Aufenthalten im Krankenhaus oder in einer Reha-Einrichtung und bei Erkrankung eines Kindes, wenn keine andere Pflegeperson als der Versicherte für das Kind zur Verfügung steht.

Krankengeld wird auch bei Krankheit während des Bezugs von Arbeitslosengeld I gezahlt. Bei Bezug von Arbeitslosengeld II (Hartz IV) besteht kein Anspruch auf Krankengeld.

  • Arbeitsunfähigkeit (AU): Maßstab für die Beurteilung der AU ist die zuletzt ausgeübte Tätigkeit. Wenn diese Tätigkeit krankheitsbedingt nicht mehr ausgeübt werden kann, besteht Anspruch auf Krankengeld. Dies ist nur dann nicht der Fall, wenn eine Versetzung innerhalb des Betriebs arbeitsrechtlich zulässig und diese Tätigkeit dem Versicherten gesundheitlich auch möglich ist.

  • Arbeitslosigkeit: Wenn Arbeitslosigkeit eintritt bestehen unterschiedliche Beurteilungsmaßstäbe, ob AU eingetreten ist. Entscheidend ist, wann die Arbeitslosigkeit eingetreten ist:

    Wird man während eines bestehenden Arbeitsverhältnis arbeitsunfähig und tritt später Arbeitslosigkeit ein, ist Maßstab für die AU die zuletzt ausgeübte Tätigkeit. Eine Verweisung ist nur auf eine vergleichbare Tätigkeit möglich, wie sie vor Eintritt der Arbeitslosigkeit ausgeübt wurde.

    Tritt die AU bei bereits bestehender Arbeitslosigkeit ein, gilt folgendes: Nach sechs Monaten Arbeitslosigkeit orientiert sich die AU nicht mehr an der letzten Tätigkeit. Wenn dem Versicherten eine andere zumutbare Tätigkeit möglich ist, liegt keine AU vor. Es besteht in diesen Fällen nur dann Anspruch auf Krankengeld, wenn die gesundheitlich mögliche Tätigkeit einen niedrigeren Netto-Verdienst erbringt als das jeweilige Arbeitslosengeld.

    Tipp: Die Arbeitsagentur argumentiert häufig, AU läge erst dann vor, wenn der Versicherte auch leichte Tätigkeiten nicht mehr 15 Wochenstunden ausüben könne. Diese Argumentation ist falsch: Maßstab beim Krankengeld ist immer die Möglichkeit zur Vollzeit-Tätigkeit. Ist die krankheitsbedingt ausgeschlossen, besteht Anspruch auf Krankengeld.

  • Dauer des Krankengeldanspruchs: Beginn des Anspruchs auf Krankengeld ist der Tag, der auf die ärztliche Feststellung der AU folgt. Die Höchstdauer des Anspruchs wegen derselben Krankheit beträgt: 78 Wochen innerhalb von 3 Jahren (Blockfrist).

    "Dieselbe Krankheit" liegt bei einem einheitlichen Grundleiden vor, auch wenn das Leiden sich in unterschiedlichen Erscheinungen äußert oder in Intervallen auftritt. Eine Wiederholung derselben Krankheit wird nur dann als neue Krankheit gewertet, wenn zuvor eine vollständige Ausheilung eingetreten war.

  • Blockfrist: Als Blockfrist bezeichnet man den Dreijahres-Zeitraum, in dem Krankengeldanspruch in Höhe von höchstens 78 Wochen besteht. Tritt während der AU zu der bisherigen Erkrankung eine weitere Krankheit hinzu, so hat diese Folgeerkrankung nicht den Beginn einer neuen Blockfrist und somit auch keine Verlängerung des Krankengeldanspruchs über die 78. Woche zur Folge.

  • Aussteuerung: Von Aussteuerung spricht man, wenn die Höchstdauer von 78 Wochen Krankeldanspruch innerhalb der drei Jahre ausgeschöpft wurde. Nach Aussteuerung kann ein neuer Krankengeldanspruch wegen derselben Krankheit nur dann bestehen, wenn der Versicherte nach Aussteuerung mindestens sechs Monate nicht arbeitsunfähig war.

  • Höhe des Krankeldanspruchs: Das Krankengeld beträgt 70 % des regelmäßigen Bruttogehalts, jedoch nicht mehr als 90 % des entsprechenden Nettoeinkommens. Arbeitslose erhalten Krankengeld in Höhe ihres Arbeitslosengelds.