Pflege

Bessere Lebensbedingungen und medizinischer Fortschritt haben unsere Lebenserwartung in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich ansteigen lassen. Wir leben heute im Schnitt 10 Jahre länger als noch 1970.

Folge dieser grundsätzlich positiven Entwicklung ist, dass mehr Menschen am Ende ihres Lebens ambulant oder stationär gepflegt werden müssen und auf Leistungen der Pflegeversicherung angewiesen sind.

Um die Leistungen zu erhalten, die dem eigenen Pflegebedarf entsprechen, ist die Einordnung in die richtige Pflegestufe entscheidend: Wenn die Pflegekasse den Aufwand des täglichen Pflegeaufwands nicht richtig einschätzt, haben die Betroffenen die Möglichkeit, gegen den feststellenden Bescheid Widerspruch und gegen eine weitere Ablehnung Klage zu erheben.

In einem gerichtlichen Verfahren prüft ein unabhängiger Sachverständiger den Pflegebedarf und kommt häufig zu anderen Ergebnissen als der Medizinische Dienst der Krankenkassen. Abweichungen von nur wenigen Minuten in der Beurteilung des Pflegeaufwands können bereits erheblich höhere Leistungen zur Folge haben.

Im Bereich stationärer Pflege reichen die Leistungen der Pflegeversicherung und die laufenden Einnahmen der Betroffenen in der Regel nicht aus, um die Kosten der Heimpflege aus eigenen Mitteln zu tragen. Der ganz überwiegende Anteil der Heimbewohner ist auf Sozialhilfe angewiesen.

Das Sozialamt prüft in diesen Fällen, ob Kinder der Pflegebedürftigen verpflichtet sind Elternunterhalt zu zahlen. Die finanzielle Inanspruchnahme von Angehörigen durch die Sozialleistungsträger hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, die einer eingehenden Prüfung bedürfen.