Leistungen der Pflegeversicherung

Die Leistungen der Pflegeversicherung sind im Wesentlichen: Die Pflegesachleistung, das Pflegegeld, die Kombinationsleistung und die vollstationäre Pflege.

  • Pflegesachleistung: Der Anspruch auf Pflegesachleistung setzt voraus, dass der Pflegebedürftige im häuslichen Bereich gepflegt wird. Die Pflegekasse erbringt die häusliche Pflegehilfe durch geeignete Pflegekräfte, üblicherweise durch ambulante Pflegedienste.

    Die Obergrenzen der Ansprüche auf häusliche Pflege belaufen sich auf: 440 € bei Pflegestufe I, 1.040 € bei Pflegestufe II und 1.510 € bei Pflegestufe III. Bei einem außergewöhnlich hohem Pflegeaufwand können im Einzelfall Leistungen in der Pflegestufe III von bis zu 1.918 € erbracht werden.

  • Pflegegeld: Statt die Pflegesachleistung durch einen Pflegedienst in Anspruch zu nehmen, kann der Pflegebedürftige seine Pflege auch selbst organisieren und etwa durch Angehörige oder Bekannte erbringen lassen. Hierzu kann der Pflegebedürftige Pflegegeld in Anspruch nehmen.

    Das Pflegegeld beträgt: 225 € bei Pflegestufe I, 430 € bei Pflegestufe II und 685 € bei Pflegestufe III. Bezieht der Pflegebedürftige Pflegegeld, ist er verpflichtet, seine Pflege sicherzustellen. Ergibt sich im Rahmen einer Überprüfung, dass pflegerische Defizite in erheblichem Ausmaß vorliegen und die Pflegeperson nicht geeignet ist, so kann das Pflegegeld entzogen werden.

  • Kombinationsleistung: Der Pflegebedürftige hat Anspruch auf Auszahlung von anteiligem Pflegegeld, wenn er die Leistungen durch einen Pflegedienst nicht in voller Höhe ausschöpft. Der Pflegebedürftige muss allerdings zuvor eine Entscheidung darüber treffen, in welchem Verhältnis er Geld- und Sachleistungen in Anspruch nehmen will. An diese Festlegung ist er grundsätzlich sechs Monate gebunden.

    Der Anspruch auf ergänzende Geldleistung besteht in jedem Fall nur dann, wenn ergänzend zu dem Pflegedienst die häusliche Pflege durch eine Pflegeperson sichergstellt ist. Wenn die Leistungen durch den Pflegedienst nicht ausgeschöpft werden, aber auch keine weitere Pflegeperson vorhanden ist, besteht kein Anspruch auf die Geldleistung.

  • Vollstationäre Pflege: Wenn teilstationäre oder häusliche Pflege nicht mehr ausreichen, um eine sachgerechte Pflege zu gewährleisten, besteht Anspruch auf vollstationäre Pflege. Eine vollstationäre Pflege kann dann erforderlich sein, wenn das Ausmaß der erforderlichen Pflege besonders hoch ist oder die Gegebenheiten im häuslichen Umfeld eine ambulante Pflege nicht möglich machen.

    Die Leistungen im Rahmen der vollstationären Pflege betragen: 1.023 € bei Pflegestufe I, 1.279 € bei Pflegestufe II und 1.510 € bei Pflegestufe III. Bei einem außergewöhnlich hohem Pflegeaufwand können Leistungen innerhalb der Pflegestufe III von bis zu 1.825 € übernommen werden.

Ergänzende Leistungen

Ergänzende Leistungen der Pflegeversicherung sind: Die Verhinderungspflege, die Tages- und Nachtpflege und die Kurzzeitpflege.

  • Verhinderungspflege: Personen, die häusliche Pflege erbringen sind in der Regel psychisch und körperlich stark in Anspruch genommen. Aus diesem Grund übernimmt die Pflegekasse die Kosten einer Ersatzpflege durch einen Pflegedienst oder auch in einer teil- oder vollstationären Einrichtung. Die Leistungen werden erbracht, wenn die Pflegeperson wegen eines Urlaubs, wegen Krankheit oder aus anderen vergleichbaren Gründen an der Pflege gehindert ist.

    Die Leistungen werden längstens für vier Wochen im Jahr gewährt. Die Kosten für die Verhinderungspflege dürfen im Einzelfall 1.432 € pro Jahr nicht überschreiten.

  • Tages und Nachtpflege: Ergänzend zu den Ansprüchen auf Pflegesachleistung oder Pflegegeld haben Pflegebedürftige Anspruch auf teilstationäre Pflege in Einrichtungen der Tages- und Nachtpflege. Die Leistungen werden erbracht, wenn die häusliche Pflege nicht immer ausreichend sichergestellt werden kann: Z. B. wenn die Pflegeperson einer teilweisen Erwerbstätigkeit nachgeht. Die dann zu erbringenden Leistungen der Tages- und Nachtpflege werden zusätzlich zum Pflegegeld oder zur Pflegesachleistung erbracht.

  • Kurzzeitpflege: Der Anspruch auf Pflege in einer vollstationären Einrichtungim Rahmen der Kurzzeitpflege ist eine Übergangsleistung der Pflegeversicherung. Sie ist nicht von einer Einstufung in eine Pflegestufe abhängig. Die Leistungen werden erbracht, wenn häusliche Pflege noch nicht oder noch nicht ausreichend erbracht werden kann. Die Kurzzeitpflege dient einer kurzfristigen Krisenintervention, der nur mit einer vollstationären Pflege begegnet werden kann. Häufig ist dies nach Krankenhausaufenthalten der Fall, wenn die Organisation der häuslichen Pflege noch nicht sichergestellt ist.

    Kurzzeitpflege wird längstens für vier Wochen bis zu einer Obergrenze von 1.432 € gewährt.

Pflegestufen

Ob und in welcher Höhe Leistungen erbracht werden, hängt von der Einstufung in eine Pflegestufe ab. 

Die Einstufung wird von Gutachtern des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) vorgenommen. Diese Gutachten sind regelmäßig Gegenstand gerichtlicher Auseinandersetzungen. In einem Gerichtverfahren kann durch einen unabhängigen Gutachter geklärt werden, ob der MDK den Pflegeaufwand richtig eingeschätzt hat, was häufig nicht der Fall ist.

Für die Einordnung in die jeweilige Pflegestufe muss ein bestimmter Hilfebedarf bei den Verrichtungen in den Bereichen Körperpflege, Ernährung, Mobilität (Grundpflege) und der hauswirtschaftlichen Versorgung bestehen:

  • Pflegestufe I:  Gesamtaufwand der täglichen Pflege und Hauswirtschaft: 90 Minuten. Davon müssen mehr als 45 Minuten täglich auf die Grundpflege entfallen.

  • Pflegestufe II: Gesamtaufwand der täglichen Pflege und Hauswirtschaft: 180 Minuten. Davon müssen mehr 120 Minuten täglich auf die Grundpflege entfallen.

  • Pflegestufe III: Gesamtaufwand der täglichen Pflege und Hauswirtschaft: 300 Minuten. Davon müssen mehr als 240 Minuten täglich auf die Grundpflge entfallen.