Rente

Neben der Versorgung im Alter ist Hauptzweck der Rentenversicherung die finanzielle Absicherung bei Einritt von Erwerbsunfähigkeit.

Im Rentenverfahren prüft der Rententräger nach Antragstellung, ob die rentenrechtlichen Zeiten und die gesundheitlichen Voraussetzungen für die Gewährung einer Erwerbminderungsrente gegeben sind.

Der Schutz der Versicherten ist mit der Rentenreform in 2001 deutlich eingeschränkt worden: Der sog. "Berufsschutz " ist seinerzeit aufgehoben worden. Prüfungsmaßstab ist nicht mehr, ob der Versicherte in seinem ausgeübten Beruf, sondern ob er überhaupt noch einer Erwerbstätigkeit in relevantem Umfang auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nachgehen kann: Er kann auch auf einfache und deutlich niedriger qualifizierte Tätigkeiten verwiesen werden. Sind dem Versicherten diese einfachen Tätigkeiten noch möglich, liegt keine Erwerbsminderung im Sinne des Gesetzes vor.

Einen weitergehenden Versicherungsschutz kann nur noch erreichen, wer sich ohne eine sog. "Verweisungsklausel" privat gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit versichert.

Die Ablehnung eines Antrags auf Erwerbsminderungsrente wird häufig mit einer negativen Einschätzung des Ärztlichen Dienstes der Rentenversicherung zusammenhängen. Das sozialgerichtliche Verfahren bietet Betroffenen die Möglichkeit, ohne erhebliches Kostenrisiko, eine Überprüfung dieser Einschätzung durch unabhängige, vom Gericht bestellte Gutachter herbeizuführen.