Rentenrechtliche Zeiten

Entscheidend für ein ordnungsgemäßes Rentenverfahren ist die vollständige Erfassung der rentenrechtlichen Zeiten durch den Rententräger. Wenn die rentenrechtlichen Zeiten im Versicherungsverlauf nicht vollständig enthalten sind, ist der darauf gründende Rentenbescheid fehlerhaft. Dies kann für den Versicherten mit erheblichen Nachteilen verbunden sein. 

Die Prüfung des Versicherungsverlaufs ist daher eine wesentliche Voraussetzung für eine sachgerechte Leistungserbringung durch den Rententräger.

Relevant sind dabei nicht nur die Zeiten, in denen einer versicherten Beschäftigung nachgegangen wurde. Darüber hinaus ist auf die nachfolgend aufgeführten Zeiten zu achten, da ihre Erfassung Auswirkungen auf die Rentengewährung und die Rentenhöhe haben:

  • Kindererziehungszeiten: Für die Erziehung von Kindern, die ab dem 01.01.1992 geboren sind, werden in den ersten drei Lebensjahren Pflichtbeitragszeiten angerechnet. Für die Erziehung von Kindern, die vor dem 01.01.1992 geboren wurden, erfolgt lediglich eine Anrechnung innerhalb der ersten 12 Monate nach der Geburt.

    Zeiten der Kindererziehung können darüber hinaus bis zur Vollendung des zehnten Lebensjahres relevant sein: Z. B. für die Gewährung einer Erwerbsminderungsrente.

  • Nicht erwerbsmäßige Pflege: Zeiten, in denen der Versicherte einen Pflegebedürftigen wenigstens 14 Stunden wöchentlich in seiner häuslichen Umgebung gepflegt hat.

  • Arbeitsunfähigkeit und Rehabilitation: Zeiten, in denen der Versicherte innerhalb einer versicherten Beschäftigung krank und deshalb arbeitsunfähig war oder Leistungen zur medizinischen Rehabilitation oder zur Teilhabe am Arbeitsleben erhalten hat. 

  • Schwangerschaft oder Mutterschaft: Zeiten in denen einer versicherten Beschäftigung innerhalb der Schutzfristen nach dem Mutterschutzgesetz nicht nachgegangen werden konnte.

  • Arbeitslosigkeit: Zeiten, in denen der Versicherte wegen Arbeitslosigkeit arbeitssuchend gemeldet war und Leistungen bezogen hat oder nur wegen des zu berücksichtigenden Einkommens oder Vermögens nicht bezogen hat.

  • Ausbildungszeiten: Zeiten, in denen der Versicherte nach dem vollendeten 17. Lebensjahr eine Schule, Fachschule oder Hochschule besucht hat oder an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme teilgenommen hat.

  • Rentenzeiten: Zeiten in denen Versicherte bereits eine Rente, etwa eine Erwerbsminderungsrente bezogen hat.

Altersrenten

Das Rentenrecht kennt unterschiedliche Altersrenten, bei denen die Gewährung von unterschiedlichen Voraussetzungen abhängt:

  • Regelaltersrente: Anspruch bestand bisher, wenn der Versicherte das 65. Lebensjahr vollendet hatte und die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt war.

    In 2007 hat der Gesetzgeber die obige Altersgrenze stufenweise angehoben. Die stufenweise Anhebung beginnt bei im Jahre 1947 geborenen Versicherten. Für nach dem 31.12.1963 geborene Versicherte gilt eine Regelaltersgrenze von 67. Lebensjahren.

  • Altersrente für langjährig Versicherte: Eine Altersrente kann mit Vollendung des 63. Lebensjahres kann uneingeschränkt in Anspruch genommen werden, wenn die Wartezeit von 35 Jahren erfüllt ist und die Hinzuverdienstgrenzen eingehalten werden. Für die Jahrgänge ab 1949 wird die Altersgrenze für eine Rente ohne Abschläge stufenweise erhöht: Für jeden Monat, für den die Rente vor Eintritt der jeweiligen Altersgrenze beansprucht wird, mindert sich die Rente um 0,3 Prozent.

  • Altersrente für Schwerbehinderte: Voraussetzung ist die Vollendung des 63. Lebensjahres und die Anerkennung als Schwerbehinderter (Grad der Behinderung von mind. 50. Außerdem muss auch hier die Wartezeit von 35 Jahren und die Hinzuverdienstgrenzen eingehalten werden. Auch bei der Altersrente für Schwerbehinderte ist die stufenweise Anhebung der Altersgrenzen zu beachten.